Poems Without Frontiers

Poems in Translation

Charlotte von Ahlefeld





An meinen Lieblingsbaum
Charlotte von Ahlefeld

Die Träume, die in stillen Feierstunden,
Die dunkler Schatten mir so oft verlieh,
Die süsse Ruh, die ich bei Dir gefunden,
Mein Lieblingsbaum, o die vergess? ich nie!

Oft sah ich neben Dir die Sonne untergehen,
Entzückt von ihres Anblicks Majestät.
Oft hat des Herbstes lindes, kühles Wehen
Mit Deinem bunten Laub mich übersäet.

Vor meinen Blicken schwebten holde Bilder,
Im lichten Glanz der Jugendfantasie,
Da träumt ich mir des Schicksals Härte milder,
Und jeder Misston wurde Harmonie.

Und liebend grub ich einst in Deine Rinde
Den Nahmenszug, der in mir brannte, ein,
Auch darum wirst Du mir, Du stille Linde,
Vor allen Bäumen ewig theuer seyn.

Wenn sich in Deinen blüthenvollen Zweigen
Des Westens leiser Odem kaum bewegt,
Fühlt mein Gemüth sich durch das tiefe Schweigen
Der heiligen Natur so ernst erregt.

Dann denk? ich all? der Wünsche, die vergebens
In meine Seele kamen, und entflohn,
Und seufze: wär? der kurze Traum des Lebens
Vorüber, wie so manche Hoffnung schon.

Und wäre einst nach meiner Tage Mühen,
O Baum, den stets mein Herz mit Liebe nennt,
Ein stilles Grab mir unter Dir verliehen,
Du wärest dann mein liebstes Monument.



To My Favourite Tree
Charlotte von Ahlefeld

The dreams so peaceful in my quiet hours,
That often, dark shadows upon me set,
Sweet rest that I found within your bower,
My favourite tree, oh, those, shall I never forget.

Often, when with you, have I seen the sinking sun
And been enraptured by your majestic gaze.
Often has the soothing, cool breeze of autumn
Strewn upon me your colourful leaves.

Before me, soaring images were lavished
With youthful fancy brightly aflame
Where I dreamed that the hardness of fate had diminished
And, out of discord, harmony came.

And I lovingly carved into your bark
The burning initials to me so revered.
You shall be, my Linden, because of that mark,
The pre-eminent tree, forever endeared.

When, in your blossomed abundance,
The western zephyr has hardly breathed,
My mind, in the profoundest silence
Of holy nature, feels so deeply seized.

Vainly, I think of the wishes
That entered my soul but, since, have flown;
And sigh: "Is life's short dream already finished
Like so many hopes I have known".

And, if, after my daily toil, oh, tree,
Whom my heart with love has named,
A quiet grave were prepared beneath for me,
You would, as my dearest monument, be claimed.

Translation: © David Paley