Poems Without Frontiers

Poems in Translation

George Gordon Byron







Good Night
From Childe Harold
George Gordon Byron

Adieu, adieu! My native shore
Fades o'er the waters blue;
The night-winds sigh, the breakers roar,
And shrieks the wild sea-mew.
Yon sun that sets upon the sea
We follow in his flight;
Farewell awhile to him and thee,
My Native Land - Good Night!

A few short hours, and he will rise
To give the morrow birth;
And I shall hail the main and skies,
But not my mother earth.
Deserted is my own good hall,
Its hearth is desolate;
Wild weeds are gathering on the wall,
My dog howls at the gate.

'Come hither, hither, my little page:
Why dost thou weep and wail?
Or dost thou dread the billow's rage,
Or tremble at the gale?
But dash the tear-drop from thine eye,
Our ship is swift and strong;
Our fleetest falcon scarce can fly
More merrily along.'

'Let winds be shrill, let waves roll high,
I fear not wave nor wind;
Yet marvel not, Sir Childe, that I
Am sorrowful in mind;
For I have from my father gone,
A mother whom I love,
And have no friend, save these alone,
But thee - and One above.

'My father blessed me fervently,
Yet did not much complain;
But sorely will my mother sigh
Till I come back again.' -
'Enough, enough, my little lad!
Such tears become thine eye;
If I thy guileless bosom had,
Mine own would not be dry.

'Come hither, hither, my staunch yeoman,
Why dost thou look so pale?
Or dost thou dread a French foeman,
Or shiver at the gale?' -
'Deem'st thou I tremble for my life?
Sir Childe, I'm not so weak;
But thinking on an absent wife
Will blanch a faithful cheek.

'My spouse and boys dwell near thy hall,
Along the bordering lake;
And when they on their father call,
What answer shall she make?' -
'Enough, enough, my yeoman good,
Thy grief let none gainsay;
But I, who am of lighter mood,
Will laugh to flee away.'

For who would trust the seeming sighs
Of wife or paramour?
Fresh feeres will dry the bright blue eyes
We late saw streaming o'er.
For pleasures past I do not grieve,
Nor perils gathering near;
My greatest grief is that I leave
No thing that claims a tear.

And now I'm in the world alone,
Upon the wide, wide sea;
But why should I for others groan,
When none will sigh for me?
Perchance my dog will whine in vain
Till fed by stranger hands;
But long ere I come back again
He'd tear me where he stands.

With thee, my bark, I'll swiftly go
Athwart the foaming brine;
Nor care what land thou bear'st me to,
So not again to mine.
Welcome, welcome, ye dark blue waves!
And when you fail my sight,
Welcome, ye deserts, and ye caves!
My Native Land - Good Night!



Gute Nacht
Aus Childe Harold
George Gordon Byron

Adieu, adieu! Über blauem Wasser hin,
Schwindet mein Heimatstrand;
Die Nachtwinde wehen, die Brecher tosen
Und die wilde Möwe schreit.
Wir folgen in ihrem Flug der Sonne dort,
Die auf dem Meere sinkt;
Lebewohl eine Weile noch zu ihr; und dir,
Mein Vaterland- Gute Nacht!

In wenigen kurzen Stunden wird sie sich erheben,
Um die Geburt zum Morgen zu schenken;
Und ich werde die hohe See und den Himmel begrüßen
Aber nicht die Mutter Erde.
Verlassen ist meine eigne gute Halle,
Trostlos liegt ihr Herd;
Wildes Unkraut dringt auf der Mauer vor,
Und vor dem Tor heult mein Hund.

"Komm her, her, mein kleiner Edelknabe:
Wieso weinst du so und klagst?
Oder fürchtest du dich den Wut der Woge,
Oder zitterst du vor dem Sturm?
Aber wisch den Tropfen von deinem Auge,
Unser Schiff ist schnell und stark;
Kaum kann unsere schnellste Falke
Vorwärts munterer fliegen".

"Laß schrille Winde sein, laß hohe Wogen rollen,
Ich fürchte weder Wind noch Welle;
Doch wundere dich nicht, mein Rittersohn, daß ich
Im Geist so traurig bin;
Denn ich habe meinen Vater verlassen,
Sowie die Mutter, die ich liebe,
Und keinen Freund habe ich außer diesen alleine,
Abgesehen von dir- und Ihm dort oben.

"Mein Vater hat mich herzlich gesegnet
Und keinen Einspruch dagegen erhoben
Doch sehr wird meine Mutter seufzen,
Bis ich wieder zurückkomme".-
"Genug, genug mein kleiner Bursche!
Solche Tränen schicken sich für deine Augen;
Hätte ich deine arglose Brust,
Wäre meine Eignen auch nicht trocken.

"Komm her, her mein Freibauer stark.
Warum siehst du so bläßlich aus?
Oder fürchtest du den französischen Feind
Oder zitterst du vor dem Sturm"?
"Denkst du, daß ich aufs Leben zittere?
Mein Rittersohn, ich bin nicht so schwach;
Doch an eine abwesende Gattin zu denken,
Würde eine treue Wange erbleichen.

"Meine Gemahlin und die Jungen wohnen
In der Nähe deiner Halle dem angrenzenden See entlang;
Und wenn sie auf dem Vater rufen
Was für Antwort muß sie geben"?
"Genug, genug mein Freibauer gut,
Dein Gram darf keiner widerlegen;
Aber ich, wer heitere Stimmung hat,
Wird lachen, um weg zu fliehen".

Denn wer wurde die scheinbaren Seufzen
Der Frau oder der Buhle vertrauen?
Neue Furcht wird diese blauen Augen trocknen,
Die wir neulich überströmen sahen.
Denn auf vergangenen Vergnügen gräme ich nicht
Auch nicht die Gefahren, die sich in der Nähe versammeln;
Mein größter Gram ist, daß ich nichts verlasse,
Gar keines, was eine Träne lockt.

Und jetzt bin ich in der Welt allein,
Auf dem breiten großen Meer;
Aber warum muß ich für anderen klagen,
Wenn keine für mich seufzen werden?
Vielleicht wird mein Hund vergeblich jaulen,
Bis er von fremden Händen gefuttert wird;
Aber lange vor ich wiederzukommen wäre,
Würde er mich ohne Gedanke zerreißen.

Mit dir, meine Barke, werde ich schnell
Auf dem schäumenden Meere segeln,
Gleichgültig an welches Land du mich hinbringst,
Vorausgesetzt nicht mehr zu meinem.
Willkommen, willkommen Ihr dunklen blauen Wellen!
Und wenn Ihr außer Sicht seid,
Willkommen, Ihr Wüsten und Ihr Höhlen!
Mein Vaterland- Gute Nacht!

Übersetzung: © David Paley